Sonntag, 13. September 2009
Freitag, 11. September 2009
Donnerstag, 10. September 2009
Ich hab’s doch gewußt...
Schwester Eusepia ist gar nicht so heilig wie sie immer tut.Auch wenn sie mit Gott Vater persönlich verheiratet ist, hat sie doch immerhin noch menschliche Züge unter der Kutte, selbst wenn sie diese noch so vehement verbergen will.
Da hat der Liliputaner, dieser Schelm, sie doch tatsächlich heimlich fotografiert, als sie gerade bei ihrer Morgentoilette war, und heraus kam das hier:

Man glaubt es kaum, aber es ist war!
Nein, nicht Sex...nackt! Ganz nackt!
Nun ist er doch etwas enttäuscht von dem, was er da gesehen hat, zumal er ja irgendwie daran glauben wollte, dass wir alle „Kinder Gottes“ wären, und die Produktionsstätte am Ende unseres Geländes in der Kapelle ist.
Manchmal läuft er jetzt etwas irritiert durch die Gegend, fragt sich dauernd wer er denn nun eigentlich tatsächlich ist, und versucht sich in ungemeiner Selbstfindung.
Na ja, Hauptsache er findet morgens noch regelmäßig den Gang zum Frühstück, alles andere findet sich dann von selbst.
Mittwoch, 9. September 2009
Die Erde ist eine Scheibe...
Er argumentiert nämlich, dass wenn ihm der Tinnitus absäuft – und das passiert immer, wenn das äußere Gehirnwasser in die inneren Gehörgänge läuft – er klar und eindeutig festgestellt hätte, dass dieser wolkenbruchartige Vorgang irgendwo ein Ventil haben muss, wo dieser Überschuss an Flüssigem ablaufen kann. Und das könne nur hinter der Kloschlüssel-Kante sein.
Wenn denn nun die Erde eine Kugel wäre, dann könne das viele Wasser ja gar nicht ablaufen, und müsse irgendwann das verbleibende Festland überschwemmen. -
Ihm persönlich käme dieser Umstand ja schon sehr gelegen, da es ihm, seitdem er festes Land unter den Füßen hat, gar nicht mehr so gut geht.
Aber ok, das muss er mit dem Direktor ausmachen, der wiederum bei solchen Anlässen immer schon mal öfter seinen Standardspruch loslässt:
„Das geht mir aber auch so was von am A... vorbei!“
Berthold hat allerdings in immer wiederkehrenden Abständen eine sehr unangenehme Eigenart: Wenn ihm keiner mehr bei seinen Revolutions-Polonäsen durch die Anstalt folgen will, oder jeder sich nur gähnend von seinem Lieblingsmärchen „Erich und Leo“
abwendet, dann wird er unausstehlich. Dabei steht ihm schon fast der blanke Terror ins Gesicht geschrieben, und jeder befürchtet irgendwann einmal eine ernste Konfrontation mit Killer-Holger, der seinerseits nur ein Killer-Funkeln in den Augen akzeptiert...nämlich das eigene.Und so hofft denn nun Jeder, dass sich die Dinge dahin regeln, wo sie hingehören...
der Liliputaner klaut Berthold ggf. sein heiß geliebtes Heiligenbild, und will es dann in der Kantine aufhängen, und wir bekommen unseren Nachtisch endlich einmal wieder so serviert, wie er sein sollte: Nämlich Lecker!
Hoffe nur, dass unsere Putzfrauen der Situation gerecht werden können, und reichlich Klopapier zur Verfügung stellen...damit unsere auch Anstalt sauber bleibt.
Mittwoch, 26. August 2009
Es gibt nichts...
Und der muss es schließlich wissen, bei den 1000Kalorien-Paketen die er da regelmäßig verinnerlicht.
Dabei ist ihm dort vor ein paar Tagen ein Werbeplakat in die Augen gesprungen, auf dem stand: „Prüfen Sie unsere Qualität!“
Gründlich wie er nun manchmal ist, probierte er auch prompt die halbe Speisekarte durch, was ihm aber letztendlich nicht so gut bekam.
Den darauffolgenden Nachmittag verbrachte er dann sinnierend über „Qualitätsprüfungen“ aller Art, kam nirgendwo zu einem vernünftigen Ergebnis, und landete schließlich resigniert in meiner Besenkammer.
Hier wollte er dann auch noch mein „Sendungsbewußtsein“ testen, und plötzlich hatte ich einen Orden an der Backe, den ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht hätte erdenken können:
Nun will ich mich darüber nicht näher auslassen, sonst erlebe ich zu meinen Jubiläum noch den Größenwahn-Koller, den kein Mensch braucht.
Montag, 24. August 2009
Winzige Ode an die Leidenschaft
Die liest sowieso nur was sie will.
Darum habe ich mir jetzt etwas einfallen lassen, und produziere nur noch Gedichte am laufenden Generator:
www.poetron-zone.de
Beispiel:
Meine Oma.
Ach abgehalftertes Wesen du!
Leidenschaft, mein hurtiges Klima.
Beim Träumen in Ewigkeit!
Experimentell - du mußt es leben!
Zutscht!
Welch herzloses Zieren!
Meine Oma du.
Duftig immerdar.
Leidenschaft zwischen Dauern und Zutschen.
Leidenschaft meist ach so gestillt.
noch'n Gedicht:
Immer Darbende für Mein Weib
Darbende nimmt euch echt
Echt und gerecht
Oh Darbende
Darbende für Mein Weib
Ihr nimmt nicht das Zentrum
Doch nimmt euch das Glied
Ihr Darbenden, ihr Gerechten
Darbende für Mein Weib, Darbende forever
...reicht doch, oder ?
Mittwoch, 5. August 2009
Osman le loup
Er ist mächtig stolz auf seine selbstgebastelten Puppen, die er immer mal zum Sonntag in unserer Kantine vorführen darf.
Unser Direktor sagt immer: „Osman ist kreativ!“
Ich musste ja lange überlegen, was das eigentlich heißt:
Kreativ sein.
Heute weiß ich zumindest, dass das nichts zum Essen ist, wie auch immer.
Osman also – der im wirklichen Leben eigentlich Winfried heißt, lässt ab und zu in der Kantine im wahrsten Sinne des Wortes die Puppen tanzen, an der Leine versteht sich. Bertha unsere Köchin bedient dabei die Disco, ihr Lieblingslied ist „Puppets on Strings“ -
und dann geht hier die Post ab...aber wie!
Der Liliputaner, der immer schon mal gerne mit den Dingen spricht, ist dann nicht mehr zu halten, wirft sich auf den Boden und ist dabei mitten drin im Geschehen
Heinzi putzt sich mindestens 150x die Brille, wobei im schon fast die Augen aus dem Kopf fallen, und sogar Killer-Holger strahlt übers ganze Gesicht und hat eine ganz entspannte Körperhaltung.
Unser Direktor lässt sich dann ca. ein Dutzend Cappuchinos bringen und versucht dabei unsere neue Kantinenbedienung anzubaggern,
und Ernst der Pförtner schließt die Tore, und vergisst seine Zusatzausbildung.
Magie! ...ist das Wort des Mächtigen, des Märchenerzählers rund um seiner Szenerien.
Der Tanz der Puppen in ihren farbenfrohen Kleidern, ausdrucksvollen Gesichtern, zum Leben erweckten Masken ihrer ursprünglichen Bestimmung.
Und Osman....Osman ist der Größte an diesem Tag, an dem er seine selbstgebastelten Puppen mächtig Magie werden lässt.
Montag, 13. Juli 2009
Friede, Freude, Pfannekuchen...
„MuschMusch-Schrödinger“ hat ein Kontingent an Vögeln und Mäusen vor der Eingangstür abgeliefert...wahrscheinlich weil ihr Chef gerade nicht da ist. Der erholt sich nämlich z.Zt. auf einem abgeschiedenen Gang des Stadtkrankenhauses.
„Killer“-Holger hat vorsorglich Urlaub genommen – da kann er dann Zuhause explodieren, oder was auch immer...
Frau Schmellenberg hat man an eine lange Kette an ihr Bett befestigt, damit sie nicht wieder auf solche „dummen Gedanken“ kommt.-
Heinzi hat ihr versprochen, das Freischwimmer-Abzeichen auch so zu besorgen, damit sie eine Anerkennung „für ihre Bemühungen“ bekommt...
glaube aber eher, man hat Angst, dass sie es noch mal versucht.
Und ich tschätte mal wieder mit Marianne von Station 3.
Hab sie zwar noch nicht gesehen, aber sie schreibt immer so nette Gedichte, wie:
„Ich hab mich lieb –
du mich auch ?“
Ähm...na ja, irgendwie muss man sich ja sinnvoll beschäftigen...
Freitag, 10. Juli 2009
Mein Freund Kalli ...
Nun ist das ja auch nichts außergewöhnliches in unserer Anstalt, aber Kalli ist ein „prädestiniertes Beispiel außergewöhnlichem Unwohlseins“ – wie unser Direktor sagen würde.
Es ist sicherlich nicht so, dass Kalli irgendwie extrem unangenehm wäre, wie so einige andere Zeitgenossen unserer Klapse.
Berthold z.B., der U-Bootkapitän, will dauernd die „Revolution von 1918“ nachholen, und fordert regelmäßig zur Polonaise durch die Anstalt auf... Ich glaube da denkt der noch an Zeiten zurück, als er in der Pubertät steckte, und als dies „in“ war.
Nein, Kalli ist da ein Typ für sich. Wenn der seine Tage hat oder es ist Vollmond, dann kann es passieren, dass man sich während eines Gespräch mit ihm, der ganzen Vielfalt eines Zoologischen Gartens oder auch Brehms Tierleben gegenüber sieht. Ich will das mal an einem beispielhaften Dialog veranschaulichen:
Ich: Hi, Kalli – wie geht’s?
Kalli: Uuuaaahhh...
Ich: Alles frisch?
Kalli: ääp äp äp äp
Ich: Das Frühstück heute war wieder mal der reinste Müll.
Kalli: ...fängt an zu gackern, und versucht offensichtlich einen krähenden Hahn nachzumachen.
Ich: Na prima, da weiß ich ja wovon du redest...
Kalli grinsend: Darum verstehen wir uns ja auch so gut.
Wir müssen beide ganz tierisch lachen...
Ich: Und, was machst du heute noch so?
Kalli: Will mal sehen wie das Wetter draußen ist.
Ich: Vorhin hat’s noch geregnet
Kalli bekommt ganz große Augen, dabei quellen sie ihm schon fast aus dem Kopf.
Er macht eigenartige Lippenbewegungen, was so aussieht als ob er nach Luft schnappen würde...
Ich: Ist aber nicht schlimm, nimmst dir eben einen Regenschirm mit.
Kalli: Quaak...
Ich: Danke für’s Gespräch.
Wie gesagt...manchmal ist er unerträglich, besonders bei Vollmond.
Aber ansonsten ist er ganz in Ordnung - brauchen wir nicht drüber zu reden.
Mittwoch, 8. Juli 2009
Dienstag, 7. Juli 2009
Montag, 6. Juli 2009
Alarm auf Station 2

Der Direx wurde von Frau Schmallenberg niedergewalzt!
D.h. als Frau Schmallenberg bei ihrem Versuch den Freischwimmer nachzumachen,
die Kurve nicht so richtig bekam, und die Treppen herunter rutschte, erwischte sie just in dem Moment den Direktor, als der gerade herauf kam.
Der Direx wurde vollständig von Frau Schmallenberg begraben.
Als man sie mit viel Mühe wieder von ihm herunterrollte, wurden sofort Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet, die kurzfristig auch Erfolg hatten. Allerdings nicht lange, denn kaum hatte der Direx die Augen aufgeschlagen und ein klägliches „Wo bin ich?“ heraus gebracht, polterte Oberpfleger „Killer“-Holger in seiner unwiederbringlichen Art los: „Sie sind hier in ihrer Klapsmühle!“ - Der Direktor fiel daraufhin sofort wieder in Ohnmacht, und liegt momentan unter dem Sauerstoffzelt. Die Ärzte geben ihm aber eine gute Chance, erklärten dahingehend einschränkend, er müsse sich jetzt allerdings erst einmal ganz intensiv ausruhen.
Ich sehe schon die Headlines in unseren hiesigen Gazetten:
„Direktor der örtlichen Anstalt beinahe von Fleischberg erschlagen! - Kommunale Politiker fordern sofortigen Stopp sämtlicher EU-Fleischimporte und eine wesentlich verstärkte Subventionierung regional ansässiger Viehzuchten!“
Sonntag, 5. Juli 2009
„Schrödinger“

Unser Direktor hat eine Katze, die heißt „Schrödinger“. Vom Kopf her sieht sie eher aus, wie ein Kater, und keiner hat bisher nachgesehen, ob’s nun wirklich eine Katze ist.
Der Direx aber besteht darauf, dass es eine Katze ist, also nennt sie nun jeder: „MuschMusch-Schrödinger“.
„Schrödinger“ ist schon ein eigenartiges Vieh – ich meine von ihrem ganzen Verhalten her.
Wenn man sie streichelt, knurrt sie. Krault man ihr an den Ohren, fletscht sie mit den Zähnen wie die Bulldoge von Hubert, unserem Gärtner.
Berthold, unser ehemaliger U-Boot-Kapitän, brachte es mal auf den Punkt, indem er laut schwadronierte: „“Schrödinger“ ist keine Katze, sondern ein Hund – der kann nur noch nicht richtig bellen!“ – Seitdem versucht Gregor, der Liliputaner, ihr das Bellen beizubringen.
Schrödinger scheint das aber nicht so besonders zu mögen, und ist dann immer ganz schnell weg.
Neulich hat der Direx „Schrödinger“ aus Versehen in den Kühlschrank eingesperrt.
Heinzi unser Zivi, hörte beim Büchregal-Abstauben in seinem Büro, daraufhin ein eigenartiges Gerumpele aus dem Kühlschrank, machte den Direx darauf aufmerksam, und fragte was das wohl sein könne. Der Direktor meint, dass dies wohl eine geplatzte Selters-Flasche sein müsse, und dass er später mal nachsehen werde.
Zwei Tage später kam Heinzi wieder einmal in’s Büro vom Direx, und da klang dort schon wieder dieses laute Gerumpele heraus. Darauf hin ging er zu dem Kühlschrank, machte die Tür auf, und heraus sprang „Schrödinger“ mit einem ganz unnatürlich klingendem, grollendem Knurren, machte zwei Sätze und sprang aus dem Fenster.
Danach hat sie mindestens 14 Tage lang keiner mehr gesehen...
Heinzi erzählt nun jedem der es hören und nicht hören will, dass man sich nicht zu wundern bräuchte, wenn jeder „Schrödinger“ für einen Hund hält, wenn der Direx so mit seiner Katze umgeht.
Ich frage mich sowieso: Wenn die Bulldoge von Hubert eine Katze wäre, würde sie Keiner hinter den Ohren kraulen wollen. Wenn „Schrödinger“ aber ein Hund wäre, dann hätte sie wohl nie in den Kühlschrank gepasst – ist doch logisch, oder ?
Freitag, 3. Juli 2009
Da brennen einem die Lampen durch...
Die ganze Anstalt steht Kopf...oder liegt flach !
Der Direktor übernachtet mit seinem Schlafsack auf dem Dach, und Nachts hört man ihn laut nach seiner Katze "Schrödinger" rufen.
Killer-Holger hat sich bis auf die Unterhose ausgezogen, und liegt alle Viere von sich gestreckt mitten auf dem Kantinenboden, und atmet schwer.
Keiner traut sich in seine Nähe, denn alle befürchten, dass er jeden Moment explodiert.
Ernst, der Pförtner, fuchtelt wichtigtuerisch mit dem Gartenschlauch herum, und will jedem eine Abkühlung gönnen. Die Polizei war auch schon da, ist aber schnell weiter gefahren, nachdem Ernst ihnen angeboten hatte, ihnen das Auto zu waschen.
Heinzi sitzt auf dem Schlagbaum zur Einfahrt und winkt jeden vorbei, mit dem Hinweis „Heute ausnahmsweise geschlossen“!
Und Frau Schmellenbach hat in Station 8 den ganzen Flur unter Wasser gesetzt, weil sie auf den Gedanken kam, noch mal ihren Freischwimmer nachzumachen.
Über der Anstalt kreisen große Vögel und scheinen irgendwie auf Beute zu warten.
Naja...mir soll’s egal sein.
Tschätte gerade mit der heißen Marianne von Station3, und träume von etwas kühlem Blonden...
Mittwoch, 1. Juli 2009
scheiße...
-Konfuzianismus: Konfuzius sagt, daß Scheiße passiert.
-Buddhismus: Wenn Scheiße passiert, dann ist es nicht wirklich Scheiße.
-Zen Buddhismus: Welches ist der Klang der Scheiße, die passiert?
-Hinduismus: Diese Scheiße ist in einem früheren Leben passiert.
-Islam: Wenn Scheiße passiert, ist es Allahs Wille.
-Katholizismus: Wenn Scheiße passiert, dann verdienst du es.
-Presbyterianer: Diese Scheiße passierte zwangsläufig.
-Judentum: Warum passiert die Scheiße immer uns?
-Kalvinismus: Scheiße passiert, weil du nicht arbeitest.
-Quäker: Laßt uns über diese Scheiße nicht streiten.
-Utopie: Diese Scheiße stinkt überhaupt nicht.
-Darwinismus: Diese Scheiße war einmal Essen.
-Kommerz: Verpacken wir diese Scheiße.
-Kapitalismus: Das ist meine Scheiße.
-Kommunismus: Laßt uns diese Scheiße miteinander teilen.
-Feminismus: Männer sind Scheiße.
-Chauvinismus: Möglicherweise sind wir Scheiße, aber ihr könnt nicht ohne uns leben.
-Impressionismus: Aus einiger Entfernung sieht diese Scheiße wie ein Garten aus.
-Götzendienst: Diese Scheiße wird vergoldet.
-Stoizismus: Diese Scheiße kümmert mich nicht.
-Hedonismus: Nichts kommt einem guten Scheiße-Happening gleich.
-Mormonentum: Gott hat uns diese Scheiße gesendet.
-Rasta: Laßt uns die Scheiße rauchen.
-Agnostiker: Vielleicht passiert Scheiße und dann vielleicht wieder auch nicht.
-Atheismus: Welche Scheiße?
-Nihilismus: Keine Scheiße.
-New Age: Diese Scheiße hat eine Aura.
-Optimismus: Scheiße passiert immer den anderen.
-Pessimismus: Scheiße passiert immer mir.
-Florianiprinzip: Diese Scheiße soll den anderen passieren, mir nicht.
-Masochismus: Diese Scheiße soll mir passieren.
-Sozialismus: Jeder soll genug Scheiße bekommen
Samstag, 27. Juni 2009
Unser Zivi Heinzi...

...ist der absolute Oberhammer. Pfiffig und wirklich interlijännt.
Wo der fragt, da wächst kein Gras mehr, und Fragen hat der ne Menge auf Lager.
Als „Killer-Auge“ Holger – das ist unser Oberpfleger – ihn neulich mal auftrug, das Medikamenten-Tablett für die kommende Schicht ins Pflegerbüro zu bringen,da lies Heinzi es sich nicht nehmen, das gesamte Tablett vorher auf dem Tisch auszuschütten und Killer-Holger Löcher in den Bauch zu fragen, welche Tablette denn nun für welches Unwohlsein zuständig wäre.
„Killer-Auge“ reagierte – für ihn typisch – äußerst unwirsch und erklärte Heinzi, dass ihn das nichts angehen würde, weil er sowieso keine Ahnung davon hätte.
Heinzi wiederum bestand auf seinen „Ersatzpflegerischen Auftrag“ und wollte unbedingt wissen, welche Pille denn wie und warum wirken würde. Holger bekam dann im Laufe der Diskussion wieder einmal das typische Killer-Funkeln in seinen Augen, und drohte Heinzi damit, ihn in die Zwangjacke zu stecken, wenn er nicht sofort den Auftrag ausführen würde.
Gott sei dank tauchte dann gerade der Direx auf, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.
Ansonsten ist Heinzi in Ordnung. Ich befürchte allerdings , dass er bei seiner unbändigen Neugier irgendwann mal auf die Idee kommt, die Wirkung der Pillen heimlich an sich selbst zu testen. Das könnte Killer-Holger daraufhin dazu veranlassen, ihm tatsächlich mal die Weste anzulegen. Und ich glaube dann sieht es für Heinzi schlecht aus. Allerdings, wer weiß das schon – vielleicht gefällt’s ihm ja auch.
Freitag, 26. Juni 2009
Das ist sie übrigens...
Meine Betreuerin...
D.h. für sich kann sie ja meinetwegen auch bleiben, nur sie kümmert sich eben auch um meine Angelegenheiten, und das finde ich nicht so gut.
Nicht nur dass sie mir sämtliche Kleinigkeiten vorschreiben will, bis hin zur Größe und Farbe meiner Wäsche, nein sie will mir auch meine Gedanken klauen.
Dann bringt sie mir regelmäßig irgendwelche bunte Pillen und Zäpfchen mit und meint ich müsse dabei ruhig und locker werden.
Geht gar nicht – erzähl mir mal einer wie das gehen soll!
Es reicht, wenn ich sie sehe – dann werde ich schon von selbst ruhig, aber ganz ruhig, so unglaublich ruhig, dass man eine Stecknadel im Dachgeschoss auf dem Boden fallen hört.
So stelle ich es mir im Grab vor – nur dass die Prozession dabei an mir vorbei geht.
Diese Pillen bleiben mir dann auch regelmäßig im Halse stecken,
und mir wird schwarz vor Augen...
Allerdings wird’s meist kurz danach auch wieder bunter.
Ganz schön bunt sogar:
Dann fangen farbige Euter an wie gluckernde Glocken zu klingen,
Cowboy-Ladys mit Negeraugen drehen an der Decke ihre Kreise,
der Hamster meiner Nachbarin mutiert zum zähnefletschenden Pitbull, die Fliegen an den Wänden tanzen mit den Anstaltstauben einen Samba, und ich krieg den Wolf – schon bevor ich danach in Ohnmacht falle.
Meist ist es so, dass ich Stunden später mit blauen Flecken und Schrammen aufwache –
Keine Ahnung mit wem ich da gekämpft habe...aber gesund ist das nicht.
Wenn die Kuh...
dann ist in der Natur etwas verkehrt!
Ich sage nur eins:
Schafft euch nie eine Betreuerin an, die Haare auf den Zähnen hat,
und euch mit ihrem hinkenden Pferdefuss malträtiert.
Die schafft es, dass ihr fliegende Kühe und keuchende Hummeln seht, und dass die Schweinegrippe zur galoppierenden Tollwut wird.
Eure sämtlichen Verwandten werden wieder aus dem Grabe aufsteigen, und im Chor anstimmen: „I’m the walrus“.
Donnerstag, 25. Juni 2009
So...
Die Putzfrauen-Kolonne rückt an, und will mein Büro für ihre Zwecke nutzen...
Danach gibt's Visite, und dann kommt meine Betreuerin mit ihren ekligen Zäpfchen.
Naja...dann träumen wir mal wieder ein wenig bunt (bekomme da jetzt schon meine dermatologischen Anwandlungen), und dann hoffe ich, dass ich pünktlich heute Abend wieder auf dem Posten sein kann.
Kann mir mal einer erklären, warum dicke Putzfrauen dünne Strümpfe mit Strapsen tragen müssen ?
Noch so viele kluge Geister ...
Innerlich gar sehr verkleistert
Nach Außen hin mit viel verstehen
Schütteln sie aus lockrer Hand
Ihren hochtrabenden Verstand
Denken, wissen und verdienen
Sie auf manchmal krummen Schienen
Mittwoch, 24. Juni 2009
Einiges aus meinem Umfeld...
Das ist z.B. Ernst der Pförtner:
Ernst ist nicht nur ernst, er heißt auch so. D. h. man könnte ihn auch als „bedeutende Persönlichkeit“ unseres inner-öffentlichen Lebens bezeichnen. Pförtner mit Diplom !
Zudem hat er noch eine Zusatzausbildung zum Gärtner, wobei er hier mit unserem eigentlichen Gärtner regelmäßig in Konflikte gerät. Der will nämlich nicht seinen 400.-€ - Job untergraben sehen, und verlangt die uneingeschränkte Herrschaft über sein gärtnerisches Reich.
Ernst sagt aber: „Meine Hütte ist my Castle – und dazu gehört auch mein eigener Garten“.
Den hat er sich hinter dem Pförtnerhäuschen selbst eingerichtet, und frönt nun dort der Pflege eines kleinen Erdbeer- und Gemüsebeetes.
Der Gärtner wird immer fuchsteufelswild, wenn er dort mit seiner Harke vorbeikommt, denn Ernst hat – so schlau wie er ist – einen großen Maschendrahtzaun um sein Territorium gezogen, und lässt dort keinen rein.
Seit einiger Zeit benutzt der Gärtner nun immer den Hinterausgang, weil Ernst ihm gedroht hat, wenn er das nächste Mal an seinen Pförtnerhäuschen vorbei kommt und wiedereinmal seine Klappe aufreißt, dann würde er dafür sorgen, dass er - der Gärtner - eingewiesen wird.
Ich glaube, da hat der dann doch ein wenig Angst vor.
Tja, Ernst ist schon eine bedeutende Persönlichkeit.
Der Anfang...
Besenkammer auf unserer Station ausgeräumt, und hier habe ich mir jetzt mein Büro eingerichtet.
Meinen ganz persönlichen Bereich, meine Schaltzentrale zur Welt.
Hier werde ich meine Botschaften absetzen, werde mich zeigen wie ich bin.
(Mein Prof sagt sowieso immer: "Eigentlich gehörst du hier gar nicht hin. Du bist viel interlijänter als die Anderen").
Jawoll...so ist es, und so soll es sein!


